Ich bin immer noch erstaunt, dass ich trotz des wenigen Schlafs bisher kaum Probleme hatte. Die Dusche am Morgen ist tatsächlich die perfekte Motivation zum Aufstehen, da man ja genau weiß, wenn man länger wartet fällt die flach.
Heute sollte nun die Einführungsveranstaltung des Musashi International Studies Center (MISC) statt finden, aber vorher sollten sich alle gegen 9:30Uhr vor dem Rikko Kaikan treffen und dann gemeinsam zum Meldeamt in Nerima zu fahren um die "foreign registration" durchzuführen. Da ich das aber schon am Montag hinter mich gebracht hatte, hätt ich mich nach dem Duschen nochmal bis Mittag schlafen legen können... hab ich aber dann doch nicht. Die Kindergartenkinder hatten heute Englisch-Unterricht, das hat sich wirklich drollig angehört und ich staune echt, wie viel "Unterhaltungsprogramm" die da bekommen. Ich hatte zwar auch ein wenig Englisch im Kindergarten, aber dennoch glaube ich die bemühen sich hier allgemein sehr um die Kinder.
| Eingang zum Campus |
13:30Uhr sollten wir dann im Aufenthaltsraum des MISC sein für diese Veranstaltung. Da ich meinen Orientierungssinn kenne bin ich schon 13Uhr losgelaufen, obwohl man eigentlich nur ca. 15 Minuten bis zur Uni braucht. Und prompt bin ich auch nach dem Bahnübergang falsch abgebogen und einige Minuten in die falsche Richtung gelaufen, war eigentlich klar. Außerdem hatte ich noch meine neuen Schuhe an, die ich noch in Deutschland gekauft hatte, und mich damit erstmal schön wund gerieben. Letztendlich habe ich dann den Weg doch noch gefunden und war auch 3 Minuten vor halb 2 da. Es stellte sich dann aber heraus, dass die Leute die zu der Registrierung gegangen waren sich etwas verspäten würden. Naja, was solls, so konnte ich noch Jenny und Rebecca (sry wenn ich das falsch schreibe) kennen lernen. Jenny hat das Glück, bei einer Gastfamilie wohnen zu können, allerdings braucht sie dafür auch eine ganze Stunde bis zur Uni.
Als der Rest dann eingetrudelt war begann die Veranstaltung mit der Vorstellung der MISC Staff Mitglieder, die ich zum Teil schon per Email oder am Freitag kennen gelernt hatte. Danach wurden Zettel ausgeteilt auf denen wir unseren Spitznamen und unser japanisches Lieblingswort aufschreiben und einen Ort aufmalen sollten, den wir gern besuchen wollten. Mit diesen Zettel wurde sich dann in speed dating-Manier gegenseitig vorgestellt. Wirklich viele hatten wie ich den Fujisan (Fujiyama) aufgemalt, das hat mich überrascht aber vielleicht ist denen auch wie mir nix Besseres zu malen eingefallen.
Als nächstes durften wir dann das Formular für die Beantragung unseres japanischen Bank-Kontos ausfüllen (also eigentlich mussten wir nur 1 zu 1 abschreiben, was uns auf einer kopierten Vorlage eingetragen wurde). Ich weiß zwar mit ziemlicher Sicherheit, dass ich das nicht benutzen werde, aber es kostet zur Abwechslung mal nichts, also warum nicht. Da Katja, Sophia und Nicole das alles schon hatten gingen sie eher. Ich saß dann an einem Tisch mit Emily, noch einem Engländer, einer Rumänin die in England studiert und zwei Amerikanern aus Ohio und Hawaii(!) und wir haben uns wirklich gut unterhalten. Ich kann mir gut vorstellen, mit diesen Leutchens noch mehr zu unternehmen. Blake, der Amerikaner aus Hawaii wohnt auch im Rikko Kaikan, der Rest kam aus dem Asaka Plaza, dem anderen Wohnheim in dem auch Maria untergebracht ist, die einzige andere Deutsche die mit mir noch ein ganzes Jahr bleibt.
Nach einer Weile wurden wir dann noch aufgeteilt in die Asaka-Gruppe und die Rikko kaikan-Gruppe und ein paar Punkte der Wohnheimregeln wurden nochmals kurz erläutert, dann durften wir gehen. Vor dem Ausgang gab es als kleines Geschenk... Rasierer! Ja, fragt nicht... Brian (der Direktor des Austauschprogramms) kennt wohl jemanden, der bei der Herstellerfirma arbeitet, die übrigens "Schick" heißt.
| Omnomnom! |
Mich zog es direkt ins Wohnheim zurück, da ich dringend meine Schuhe loswerden wollte. Dennoch machte ich mit Emily und Blake noch einen kurzen Schlenker ins 7Eleven und kaufte mir zwei Onigiri (Reisbällchen), die derzeit für 100Yen im Angebot waren (das hatte ich am Abend zuvor in der Werbung im TV gesehen!). Zuhause angekommen ließ ich es mir erst einmal schmecken, bevor ich mit Sophia und Nicole nochmal zum Einkaufen losstiefelte, diesmal in FlipFlops.
Es war erst 18 Uhr oder so, aber es wurde bereits dunkel. Allgemein wird es in Japan sehr früh und vor allem schnell hell bzw dunkel. Gegen halb 6 geht bereits die Sonne auf und ab 6 auch schon wieder unter. Gewöhnungsbedürftig aber da ich auch bei Licht ganz gut schlafen kann bereitet mir das eigentlich keine Probleme.
Zurück im Wohnheim machten wir uns ans Kochen. Ich hatte mir einen kleinen Luxus gegönnt und Reibekäse gekauft, sogar zu einem halbwegs erträglichen Preis. Und so kochte ich mir lecker Spaghetti, kippte Heinz Ketchup und Käse drüber und freute mich, dass es wie Zuhause schmeckte.
Dinge, die ich jetzt schon von Deutschland vermisse: meine Katzen und das Essen! Ich glaub ich muss meine Mutti doch mal bitten, mir etwas Schoki zu schicken.
Sprichwörtlich genudelt haben wir noch etwas TV geschaut und uns dann wieder in unsere Zimmer zurückgezogen. Morgen geht's noch früher raus, da wir um 9 schon eine 5-Stunden Veranstaltung u.a. über Culture-Shock und psychische Probleme (vermutlich Heimweh) besuchen sollen. Zum Samstag... Naja Brian, derjenige der den Vortrag halten wird, hatte ein nicht zu schlagendes Argument: "There will be Donuts!"
Na wenns nur was nützen würde, dass die Kinder schon im Kindergarten englisch haben. XD
AntwortenLöschenImmerhin hast du jetzt einen Hanko. Wenn du dann mal wieder irgendwann Geschäfte in Japan führen musst. :) Sowas wird ja nicht schlecht.
Das mit den Geschenken is ja mal wieder typisch. Egal wie blöd, hauptsache man kommt an sowas billig ran, weil man Verbindungen hat. XD Aber gut, irgendwie nützlich isses immerhin.
Wie man in Japan deutsches Essen vermissen kann, is mir ein Rätsel. XD Ich bin derzeit versessen auf Udon, aber die sind so teuer. Und dann würd ich mich mit Ramen vollstopfen und Okonomiyamki würd ich auch probieren, und... hach. XD Ich nehm schon beim Gedanken dran zu. Obwohl ne echte deutsche Wurst auch geil is. XD
Der Studentenausweis ... wie siieeeeeeßß!!
AntwortenLöschenhm, jetzt hab ich appetit auf sushi und onigiri ... verdammt und die Sushibar ist direkt unter mir *lach
AntwortenLöschenDer Studentenausweis ist echt toll - ich versteh zwar nix außer dem Zahlen - aber er wirkt soweit sehr cool - darf man den behalten? *-*