Samstag, 3. September 2011

Tag 2: 買い物! Etwas zu Essen muss her

Hatte ich erwähnt, dass die Duschen Öffnungszeiten haben? Nein? Nunja, das haben sie. Unter der Woche kann man zum Beispiel frühs nur bis 9 Uhr duschen, das is für mich schon echt früh. Samstags hat man gnädigerweise bis 10:30 Uhr warmes Wasser, Sonntags sogar bis 12 Uhr!
Naja, zum Glück war an meinem ersten Morgen im Rikko Kaikan ja Samstag. Besonders gut hatte ich dank der Hitze nicht geschlafen, da kam mir eine Dusche wirklich gelegen. Ich hätte ja zu Anfang nie gedacht, dass 9 Minuten (sogar 2 Minuten mehr als eigentlich auf der Anleitung steht) doch eine mehr als ausreichend lange Zeit sind.
Am Abend zuvor hatte ich noch eine nette brasilianische Austausch-Studentin kennen gelernt, die ich auch an diesem Morgen wieder antraf. Ansonsten ist auf den Fluren aber wirklich wenig los, die meisten anderen Studenten kommen ja auch erst in der nächsten Woche.

Nach dem ganzen Morgenprogramm, welches sich ohne funktionierendes Glätteisen (wider erwarten wird es wirklich kein bisschen warm) doch recht frustrierend gestaltet, widmete ich mich zunächst dem Router. Ich hatte wenig Lust, immer vom Bett aus ins Internet zu müssen, das wird auf die Dauer wirklich unbequem. Also hab ich dann einfach den Router von der Wand genommen und die längeren Strom- und Verbindungskabel genutzt, um ihn weit genug vorzuziehen. Das Telefonkabel musste ich rausziehen, aber ich hab im Moment eh nicht vor zu telefonieren. Das Ganze ist ein vorerst funktionierendes Provisorium, bis ich einen Laden gefunden habe, wo es LAN-Kabel zu kaufen gibt.
Allgemein wächst meine Einkaufsliste im Moment um einige Dinge, unter anderem ein Tischventilator, ein Glätteisen, eine Tischlampe und neben diversen Koch-Utensilien vielleicht auch noch ein Spiegel... Aber das Wichtigste ist vorerst: Was zu essen! Ich war nicht sicher, ob Sonntags die Mini-Restaurants auf haben ( es ist Japan, ich denke schon, aber lieber kein Risiko eingehen!) also brauchte ich bald eigenes Essen. Abgesehen davon ist das auch billiger, als jeden Tag essen zu gehen. Die Frage war nun, wie finde ich einen Supermarkt (スーパー) oder Kombini ( コンビ二) in erschwinglicher Preislage ohne ewig durch den Stadtteil zu irren und mich vor allem zu VERirren. Da kam Quentin wie gerufen im Facebook online und hat mir sehr bereitwillig unter die Arme gegriffen. Per Google-maps zeigte er mir zwei relativ nah gelegene Supermärkte, die er selbst schon besucht und für gut befunden hatte. Blieb das Problem, dass ich die Karten weder ausdrucken noch auf ein Smartphone laden konnte, aber da fiel mir die Karte ein, die wir für den Weg vom Rikko Kaikan zur Musashi Uni in den Unterlagen beiliegen hatten. Auf dieser sind praktischerweise auch ein paar Wegpunkte sowie die Häuserblock-Ziffern vermerkt. Ganz genau blick ich durch das japanische Adress-System noch nicht durch, aber ich vermute, dass sich in jedem "cho" die Häuserblocks jeweils eine Ziffer teilen. Diese sind praktischerweise an den Laternenpfählen entlang der Straßen ablesbar, so kann man sich doch immer wieder relativ gut orientieren.

Irgendeine Straße
Dennoch fand ich den Supermarkt グルメシテイ ("Gourmet City") nicht ganz auf Anhieb, da ich vor der falschen Seite stand... Einmal orientierungslos ums Karree gelaufen, da hielt auch schon wieder ein freundlicher Japaner auf dem Fahrrad (mit Kind) an und fragte mich, diesmal auf Englisch, wie er mir helfen könnte. Ich bin bisher durchaus positiv überrascht von der Ausländerfreundlichkeit der Japaner, man wird auch eigentlich nicht so viel angestarrt wie ich immer zu hören bekomme.
Jedenfalls betrat ich dann endlich den Supermarkt (oder das Kühlhaus, so fühlte es sich jedenfalls an) und war erstmal erschlagen von der Fülle an Produkten in unglaublich bunten Verpackungen. Nachdem ich ein Mal durch den gesamten Laden flaniert war fand ich dann preiswerte Ramen 5er-Packungen sowie das Curry, welches ich schon aus einem Japan-Paket von Shu kannte, und entschied mich außerdem für ein "Fertiggericht" für den Sonntag, bestehend aus zwei großen Sushi-Rollen, zwei Reisbällchen und drei Fleischtaschen (jedenfalls sah es so aus), da ich noch nicht sicher war, wo ich denn an Kochutensilien kommen könnte. Das ganze hat mich insgesamt 818 Yen (ca. 7,50€) gekostet, mit dem Preis konnte ich zufrieden sein, auch wenn es nicht die nahrhafteste Kost ist.

Mein erster Einkauf!
Auf dem Weg aus dem Supermarkt wurde mir mein Hunger bewusst und ich kehrte kurzerhand in ein Mini-Restaurant gleich an der nächsten Ecke ein und bestellte  オリジカレー, Japanisches Curry mit Reis. Dazu gab es noch eine Art Miso-Suppe, die auch gar nicht schlecht schmeckte, und wie in scheinbar jedem Restaurant kostenlos eisgekühltes Trinkwasser. Ein weiterer Punkt, den ich sehr zu schätzen gelernt habe! Den Heimweg habe ich dann ohne weitere Schwierigkeiten gefunden, worauf ich sehr stolz war.

Den Rest des Tages habe ich dann, nach einer kurzen Fotografier-Runde, in meinem Zimmer verbracht, auf der Flucht vor der Schwüle. Gegen Abend setzten heftige Regenfälle ein und der schon seit Freitag spürbar starke Wind frischte weiter auf (eine Frau im Rikko kaikan meinte, ein Taifun wäre grade an der Küste vorbeigezogen, das waren wohl die Ausläufer), was endlich etwas Abkühlung brachte. In meinem Übermut öffnete ich auch das Fliegengitter, um mehr Frischluft herein zu lassen, und damit auch die erste Mücke. Sie stach mich ein Mal und lebte danach nicht mehr lang, ich bin schließlich erfahrene Mückenjägerin.
Mit einem Buch fläzte ich mich dann aufs Bett und las bis mir die Augen zufielen, was nicht lange dauerte, zudem sich der Muskelkater allmählich bemerkbar machte.

2 Kommentare:

  1. Die Dusche sieht mega aus. XD Und wenns eh so heiß is, kann man tagsüber ja auch mal kalt duschen. X)
    Die gute Currypaste hab ich auch hier. Ich hab nur immer das Talent zu viel Wasser zu nutzen und dann schmeckt das zu lasch. Ich hoffe die Küche im Wohnheim sieht bekochbar aus, damits dir nicht vergeht.

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  2. wirst du di ganze zeit in einem Hotel wohnen? oder ist das jetzt eine Art studentenwohnheim?

    Aber klingt ja schon super spannend - wie einfache Dinge wie etwas zu essen kaufen plötzlich zu so einem Abenteuer werden können *hihi

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