Donnerstag, 17. November 2011

Tag (mussmalnachzählen): Besucher

Und es geht direkt weiter... gar nicht erst wieder nachlassen mit dem Schreiben!

Heute wäre ich ganz ehrlich nicht aufgestanden, wenn ich nicht hätte duschen müssen. Außerdem hätt ich ja dann wieder umsonst Kanji gelernt, oh wait! Tatsächlich hatten wir heute mal keinen Kanji-Test denn Sudo-sensei hatte scheinbar den falschen Test ausgedruckt. Wirklich umsonst gelernt haben wir aber trotzdem nicht, weil die Kanji dann einfach am Montag drankommen, sweet. Das hat den Tag gleich ein paar Stufen aufgewertet.
Außerdem haben wir diesen Donnerstag und nächsten Dienstag keinen Kultur-Kurs weil Professor Mock auf irgendsoeiner Anthropologen Convention ist und man laut Musashi-Regeln keinen Gastredner einladen kann, wenn man selbst nicht anwesend ist. Fragwürdige Regel, aber umso besser für uns!
Wir hatten also quasi nach der zweiten Stunde bereits Schluss. Nicole und Sophia wollten sich mit einer Freundin treffen und sind vorgegangen während ich noch kurz mit Sudo-sensei sprach. Dann bin ich auch in die Mensa gegangen, wo ich die anderen aber gerade wieder herausgehen sah. Nagut, was essen wollte ich aber trotzdem noch.
Da kam mir Aika entgegen, eine Japanerin die Deutsch studiert und auch schon in Deutschland war. Sie erzählte mir von zwei Deutschen, die heute auch an der Uni waren. Es stellte sich heraus, dass das zwei Jungs aus Bayern sind, die derzeit eine Weltreise unternehmen. Sie kamen gerade aus Thailand und bleiben nun eine Woche in Tokyo bleiben, wo sie durch Vitamin B eine super Unterkunft hatten. Ich bin ja zuegegben schon etwas neidisch, irgendwann will ich auch mal eine Weltreise machen! Aber an einer japanischen Uni studieren hat natürlich auch was und vorerst genieß ich einfach das.
Apropos studieren, beim Mittagessen erzählte ich Aika, dass ich schon Unterichtsschluss hatte und da meinte sie, ich könnte ja mit in ihren Deutsch-Unterricht kommen. Ich hatte nichts weiter vor also klar, warum nicht! Abgesehen von den Kursen bei Frau Schwede ist der meiste Deutsch-Unterricht tatsächlich in Japanisch. Der Kurs in dem ich saß behandelte Grammatik, aktuell Präteritums- und Perfektformen, sowie die Fälle (also Akkusativ, Genitiv und co). Sehr interessant, das mal auf Japanisch erklärt zu hören, ich hab auch mal ein paar japanische Grammatik-Begriffe aufgeschnappt. Wenn ich mal wieder die Chance habe, setz ich mich auf jeden Fall noch einmal in diesen Unterricht.
Tja, das war auch schon mein Donnerstag. Eigentlich hätte am Abend noch eine Izakaya-Party für den Franzosen Tony angestanden, der für eine Weile nach Frankreich zurück muss um sich einer Operation zu unterziehen, aber ich muss gestehen, dass ich im Moment nicht gewillt bin 20-25€ für einen Abend in einer Kneipe auszugeben... Krass ist aber, dass der Grund für Tony's Operation tatsächlich auf den Lungen-Röntgenaufnahmen entdeckt wurde, die wir ja in der ersten Woche hier machen mussten. Ich hoffe einfach mal, dass sich das weiterhin alles zum Guten entwickelt und wir Tony im Januar oder Februar wieder hier zurückbegrüßen können.

SO, jetzt geh ich aber Skyrim spielen (Alex hat mir mit einer Übergangslösung bis das Spiel hier rauskommt ausgeholfen, hurray!)

Mittwoch, 16. November 2011

Tag (Weißgradnicht): Erfolgloser Shopping-Trip

Ja, mir wurde nahe gelegt, doch mal wieder Blog zu schreiben. Ich hatte das auch echt schon lange vor, aber dann siegte doch der innere Schweinehund... Ich versuche in der nächsten Zeit, ein paar Posts nachzureichen damit ihr erfahrt, was ich so getrieben habe in der Zeit.

Nun aber erstmal zu heute: Mittwoch heißt ja erstmal "ausschlafen", nur dass ich im Moment einfach den ganzen Tag schlafen könnte und trotzdem nicht so recht wach werde. Wird wohl an der Kälte liegen... jaja, ich sollte mich nicht beschweren, noch liegen die Temperaturen über 10°C und in Deutschland friert's schon. Das Problem dabei ist aber, dass in Japan die Häuser unglaublich schlecht gedämmt zu sein scheinen und man von Doppelglasfenstern scheinbar noch nie gehört hat. Dementsprechend passt sich die Temperatur meines Zimmers ganz gern der Außentemperatur an und dann sitz ich hier mit halb-Handschuhen, dicker Jacke und zwei paar Socken und meine Finger frieren ab wenn ich versuche zu malen. Heute hab ich dann doch mal kurz die Klimaanlage auf Heizen gestellt... Aber der Reihe nach.
Mittwochs haben wir ja nur den Deutsch-Kurs mit den (Achtung Ironie) super-motivierten Japanern. Nachdem wir den mehr oder weniger erfolgreich hinter uns gebracht hatten ging ich noch kurz zum Kokusai-Center um meine Aufsätze für den Montags-Kultur-Kurs abzuholen und dann zurück zum Wohnheim. Da haben Nicole und ich nur kurz unsere Sachen abgeworfen und sind direkt wieder los zum Bahnhof und nach Ikebukuro.
Der Plan war: Erst G.U. Laden (preiswerte Klamotten) und eine Strickjacke für Nicole kaufen, dann Book-off um zu schauen was die an Büchern haben, dann eine der 5 in Ikebukuro liegenden Zweigstellen von "Big Camera" (da gibt es nicht nur Kameras, wer hätt's gedacht) suchen und einen WiFI-USB-Connector für meinen 3DS auftreiben. Die habe ich sogar gefunden aber dann erinnerte ich mich daran, wo ich bin... Japan, soll heißen die ganze Software und Hardware funktioniert nur mit japanischen Systemen, nicht mit deutschen. Ich könnte nicht mal ein hier gekauftes Spiel auf meinem DS spielen... Globalisierung, alles klar. Also muss ich mir so ein Ding dann mal aus Deutschland schicken lassen (bitte Notieren!). Zum Schluss gingen wir dann noch zu einem riesigen Buchladen (9-stöckiges Gebäude), um nach einem Kompendium für japanische Grammatik für Nicole und dem vierten Band der Eragon-Reihe für mich zu suchen. Es gab eine riesige Auswahl an Japanisch-Lehrbüchern, zu viele um sich entscheiden zu können und nicht das, was Nicole suchte. Im neunten Stock dann fand ich die Abteilung englischsprachige Bücher aber nicht Eragon Band 4... sogar einen Angestellten hab ich noch gefragt, aber die hatten das Buch einfach noch nicht. Warum niiicht?! Das ist Tokio, warum können die ein englischsprachiges Buch nicht zum Erscheinungsdatum haben, in Deutschland klappt das doch in jeder Kleinstadt? Da war ich zugegeben schon ziemlich enttäuscht.
Also mussten wir mit quasi leeren Händen (abgesehen von der Strickjacke) und knurrenden Mägen zurück ins Wohnheim fahren. Schnell was zu Essen gekocht, kurz die Heizung angeschmissen damit ich meine Finger bewegen kann und dann ans Kanji Lernen gesetzt. Wir sind auch wieder mehr oder weniger an dem Punkt angekommen, wo man Kanji für Begriffe lernen soll, die man garantiert nie wieder braucht... warum? Ich bin überfragt. Abgesehen davon werden in den Tests immer häufiger auch Kanji gefragt, die wir noch nie gesehen haben. Wie die Lehrerin auf die Idee kommt, dass wir die auch schon können ist mir ebenso schleierhaft. 
Eragon Band 4 hab ich dann im Übrigen über Amazon Japan bestellt... mal schauen ob das klappt und wann es ankommt!
Noch ein Aufreger von heute: Ich wollte endlich mal Skyrim antesten, wofür mir ein Kumpel seine Steam Accountdaten gegeben hat. Leider konnte ich immer nur "pre-load" auswählen und dann sagte mir steam, dass ich das Spiel runterladen kann, sobald es erschienen ist... Es ist seit letzter Woche erschienen, nur nicht in Japan. Was soll denn der Mist? Warum ist steam so unglaublich wählerisch, was die Region angeht, wo ich mich befinde. Einerseits kann ich kein Dead Rising 2 kaufen, weil der Steam store meinen Computer als deutsch erkennt und das Spiel in Deutschland auf dem Index steht, aber wenn es um Skyrim geht erkennt er die japanische IP und will, dass ich bis zum 8. Dezember warte, dem japanischen Release Datum... GNAH!

Ja, ein Aufreg-Blog... die müssen auch mal sein.

Freitag, 21. Oktober 2011

Tag 50: BBQ!

Der Tag des BBQ mit den Campus mates war gekommen... und er ging ziemlich früh los. Um 9:30 Uhr traf man sich in Ikebukuro am Seibu Ausgang, warum genau eigentlich immer dieser Ort als Treffpunkt dient, habe ich bisher noch nicht erfahren können. Vermutlich einfach, weil er verhältnismäßig leicht zu finden ist. 
Da manche Leute es mal wieder nicht so genau nahmen mit der Zeit, trennte sich die Gruppe dann schonmal und der Großteil fuhr los. Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau, wie wir gefahren sind, nur das wir in Shin-Kiba umstiegen und kurz vor Disneyland dann ausstiegen. Dort warteten wir dann auf den Rest der Leute und ich traf auch Kanako wieder. Als dann endlich alle versammelt waren, ging es los, einen hübschen brückenartigen Weg entlang, der sich am Ende dreiteilte. Nach links ging es Richtung Disneyland, geradeaus zum Strand und nach rechts in einen Park, wo sich auch der Platz für das BBQ befindet. Diesen Weg schlugen wir ein und kamen bald an besagtem Platz an. Zwischen Bäumen standen dort Tische und Bänke, und an einer Art Kiosk am anderen Ende der Wiese konnte man die Grills und alles andere, was man benötigt ausleihen. Wir waren auch nicht allein dort, andere hatten die selbe Idee gehabt. 

Bevor das Essen losging spielte ich eine Weile Zombie Fluxx mit den englisch sprechenden Austausch- studenten, ein Spiel was sehr verrückt aber echt spaß- versprechend schien. Leider kamen wir nicht sehr weit. Die Japaner hatten jede Menge Fleisch mitgebracht, welches in dünne Streifen geschnitten war. Das wurde dann wie Yakiniku auf den Grills ausgelegt und war auch fix durch. Dieses Fleisch sah unscheinbar aus, war aber echt köstlich, genauso wie die Würstchen, die später kamen. Dazu gab es auch Moyashi, also Bambussprossen und als letztes wurden geschnittene Kartoffeln, Möhren, Bohnensprossen und Fleisch gebraten und mit Nudeln und einer Soße zu Yakisoba verarbeitet, das beste was ich bisher gegessen habe! 

Während der ganzen Zeit waren wir umringt von Tauben, die versuchten etwas zu ergattern und wann immer etwas zu Boden fiel, egal was, stürzten sich die Biester in Scharen darauf und zankten sich drum. Ich mag keine Tauben... Wenn ich sie so auf dem Boden rumrennen sehe, bekomm ich immer einen unerklärlichen Drang sie zu treten. Fragt mich nicht wieso. Mit der Zeit wurde es auf dem Platz richtig voll. Darüber war ich besonders erstaunt, aber womöglich war ein prinzipiell Uni-freier Tag und dieser Platz war für BBQ sehr beliebt.


Später sind wir dann noch auf eine Wiese in der Nähe des Strands und ich habe mit ein paar Japanern, Blake und Alex "Football" gespielt... also nicht wirklich, wir haben einfach nur den Ball, den Blake nach 5stündigen Suche tags zuvor gekauft hatte, auf alle möglichen Weisen hin und her geworfen. Spaß gemacht hat es auf jeden Fall!
Als es dann gegen 15 Uhr mit nieseln anfing, machten wir uns alle nach und nach auf den Rückweg. In der Bahn bin ich fast direkt weggepennt. 
Am Abend hab ich dann nur noch mit Nicole in meinem Zimmer gesessen, Musik gehört und gezeichnet. Ein gelungener Tag.


Donnerstag, 20. Oktober 2011

Tag 46 - 49: Normale Woche

Jeden Tag was zu schreiben wird langsam etwas überflüssig, wenn ich eh nichts besonderes mache, daher hier eine Wochenzusammenfassung.

Montag: Todmüde zur Uni gestiefelt, Poster Session erfolgreich absolviert und Lob für meinen Text bekommen. Nächste Woche steht das Beschriften des Posters dann an und schon bald auch das Vorstellen... ich maaaag nicht! Danach wieder Kanji-test, Japanisch-Unterricht und danach Essen in der Mensa. Ich habe mal etwas neues probiert und zwar Reis mit etwas Salat, gebackenen Bällchen aus Hühnchenfleisch, einer Soße und darüber Mayonaise. Hat einen etwas salzigen Beigeschmack aber war ansonsten eigentlich echt lecker! Auf dem Heimweg haben wir uns dann noch Eis geholt... ansonsten war nix mehr los, vor allem mit mir nicht, so müde wie ich war.

Dienstag: ...Uni, Curry in der Mensa gegessen, noch mal Uni und dann Heim. Abends hab ich wie so oft in der letzten Zeit gemalt. So langsam komm ich hier zur Ruhe und kann mich auch wieder mehr auf meine Hobbies konzentrieren.

Mittwoch: Ausgeschlafen, aber mit so mörderischen Kopfschmerzen aufgewacht, dass ich die anderen gebeten habe, mich bei Frau Schwede für diesen Tag zu entschuldigen. Viel verpasst hab ich wohl auch nicht. Später, als die Kopfschmerzen nachließen, setzte ein Apetit auf Süßes ein und damit ich noch etwas Bewegung bekam bin ich nochmal zum OK Markt gelaufen. Hab mir auch mal ein paar 肉まん (Nikuman) geholt, das sind im Prinzip Knödel mit einer Art Gulasch-Füllung. Zwei in der Packung waren außerdem Pizza-man, also Knödel mit einer pizza-artigen Tomatensoßenfüllung. Beides sehr lecker!

Donnerstag: Für die Mittagspause hatte ich mich mit meiner Poster-Session-Partnerin Sanako verabredet, um das Bild auszudrucken welches ich für meine Präsentation gemalt hatte. Das hat im Übrigen bis um 2 Mittwoch nacht gedauert... dementsprechend müde war ich mal wieder. Wir trafen uns dann in der Mensa, haben Mittag gegessen und sind dann in eins der zig Computer-Zimmer, wo man kostenlos in Farbe drucken konnte.
Wieder daheim nach der Uni waren die schon seit Tagen erwarteten Briefe in unseren Kästen, die Miete war fällig. Zu meiner Freude fiel die Stromrechnung nicht so hoch aus, wie befürchtet. Ungefähr 13 Euro extra (ich hatte ja öfter mal die Klimaanlage benutzt).
Dann hingelegt und nur noch geschlafen... jaja ich weiß, ich sollte nicht meine Zeit mit schlafen verschwenden. Aber wenn ich müde und grummelig bin, ist mit mir eh nix anzufangen!

Sonntag, 16. Oktober 2011

Tag 45: 川越祭り (Kawagoe-Matsuri)

Am Montag hatte uns Sudo-Sensei von diesem Fest in Kawagoe erzählt, aber da war ich noch nicht sicher gewesen, ob ich es schaffen würde hinzugehen bei all den Hausaufgaben... Dann aber erreichte mich im Laufe der Woche eine Email von meiner Campus Mate Kanako und sie fragte mich, ob ich nicht mitkommen wöllte. Wie konnt ich da noch nein sagen!

Kanako wohnt in Kawagoe und da ich sie gebeten hatte, mit mir ab und zu sprechen zu üben, hat sie an mich gedacht. Ich hab mich wirklich gefreut! Deswegen hatte ich mir dann auch vorgenommen, den Großteil meiner Hausaufgaben am Samstag zu schaffen, sodass ich reinen Gewissens Sonntag aufs Matsuri gehen könnte. Es war eine echte Glücksache, dass ich Kanako gefragt hatte, welchen Tag sie vorziehen würde, anstatt den Samstag vorzuschlagen. Am Samstag nämlich war das Wetter furchtbar schwül und regnerisch, am Sonntag jedoch war keine Wolke am Himmel und es hatte an die 29°C! Ich genieße den japanischen Herbst sehr, vor allem wenn ich höre, dass man Zuhause schon die Autos früh freikratzen muss, haha.

Naja, jedenfalls hat mir Kanako auch ganz fürsorglich den Weg beschrieben und sogar einen Plan geschickt, sodass ich eigentlich keine Probleme hatte allein nach Kawagoe zu finden. Aufgeregt war ich dennoch, vor allem da es für mich das erste Mal allein unterwegs nur mit Japanern sein sollte. In Kawagoe angekommen, dämmerte es mir dann, wie viele Leute zu diesem Fest gingen. Menschenmassen!!! Ich machte mir Sorgen, ob ich Kanako finden würde, aber letztendlich hat mich ihre Freundin Chihiro gefunden (ja, hat definitiv Vorteile anders als die meisten anderen auszusehen) und wir trafen Kanako gemeinsam. 


So viele niedliche Stände!
Dem Fluss an Menschen hinterher gingen wir dann die Straßen entlang, an denen sich rechts und links die Fressbuden aufreiten, eine köstlicher aussehend als die andere. Die meisten Buden waren entweder für たこ焼き (Takoyaki=gebratene Tintenfischbällchen), 焼きそば (Yakisoba=Bratnudeln) oder お好み焼き (Okonomiyaki= verschiedenste Zutaten, zusammengemixt und gebraten. Die Art hängt sehr von der Region in Japan ab), dazwischen gab es aber auch exotischere Sachen, die selbst Kanako und Chihiro nicht kannten! Und zwischen all den Fressbuden sah man hin und wieder einen Stand, der täuschend echte Spielzeugwaffen verkaufte...wtf?!

In einer Querstraße kaufte sich Kanako gerade etwas zu trinken, als Chihiro von einem älteren Mann gebeten wurde, einen Fragebogen auszufüllen. Worum es da ging hab ich leider nicht mitbekommen aber am Ende hat er ihr dafür eine Tüte gegeben, in der sich ein merkwürdiges Gemüse, ein kurzes Pamphlet dazu und eine Minipackung 牛乳せんべい (Reiskräcker mit Kuhmilch?) befanden. Den hat sie dann mir geschenkt. Muss ich mal sehen, ob ich für das Gemüse eine Verwendung finde...

Das eigentliche Highlight des Fests waren aber waren die riesigen traditionell gestalteten Festwagen, 山車 genannt, die von schick gekleideten Japanern aller Altersklassen an Seilen die Straßen entlanggezogen wurden. Das war schon beeindruckend. Auf den Wagen saßen kostümierte Japaner und Musiker, die traditionelle Musik spielten und Tänze aufführten. Auf den größeren Wagen oben drauf hatte man zum Teil Puppen aufgestellt. Manche waren dreistöckig und so hoch, dass sie fast die Stromleitungen streiften. Wirklich beeindruckend! Ich hab auch mittels Handykamera jede Menge Fotos gemacht, denn kein Wagen sah aus wie der vorherige. Außerdem standen an den Straßenrändern zum Teil auch kleine Bühnen, auf denen wiederum Musiker und Tänzer standen und die Wagen hielten vor diesen an (die Aufsätze auf denen die Menschen saßen waren sogar drehbar!) und spielten sich eine Zeit lang zu. Selbiges sah ich auch vor einem Tempel. Kanako meinte, es wäre eine Art Erntedank-Ritual.

Als wir so langsam hungrig wurden, hielten wir nach einem Stand für Okonomyaki, Kanako's Lieblingsessen, ausschau und fanden auch einen. Der verkaufte so riesige Portionen, dass sie anbat sich in eine reinzuteilen. Die Idee hatte ich auch gehabt, aber ich war mir nicht so sicher, ob Japaner sowas gern tun also war ich froh, dass sie es letztendlich vorschlug. Chihiro kaufte sich 焼き鳥, kleine Spieße mit gebratenem Hühnchenfleisch, und wir setzten uns auf die Treppen vor einem kleinen Tempel und aßen, während die Leute hinter uns beteten und die Glocke leuteten. 

Auf dem Rückweg zeigte mir Kanako außerdem noch das Wahrzeichen von Kawagoe, ein großer alter Glockenturm (glaub ich), der über die meisten anderen Gebäude hinausragte. Dann kamen wir noch an einem Stand vorbei, der shaved ice (also sowas wie crushed ice bei uns) mit Erdbeeren verkaufte. Das sah wirklich appetitlich aus und Kanako und Chihiro leisteten sich eins, während ich lieber sparsam blieb. Kosten durfte ich dennoch! Ich hab mir dann später, als wir fast zurück waren noch ein Stitch-Bananen-Eis im 7Eleven geholt. Das ist mein Lieblingseis und ich hatte echt Glück, denn es war auch das letzte, was noch da war!

So langsam wurde es dann auch dunkel und Kanako begleitete Chihiro und mich zurück zum Bahnhof, denn Chihiro wohnte eigentlich auf der ganz anderen Seite von Tokyo, über eine Stunde entfernt. Wir konnten dann sogar den selben Zug nehmen und unterhielten uns noch etwas und teilten uns die Reiskräcker. Insgesamt war ich sehr zufrieden mit meinen Unterhaltungen an diesem Tag. Ich hatte tatsächlich den ganzen Tag Japanisch geredet und gehört und auch viel verstanden. Meine Sätze waren zwar meist recht simpel aber tatsächlich sind die Satzstrukturen der Japaner in der Umgangssprache auch meist nicht sonderlich kompliziert. Was mir meistens einfach fehlt sind die Vokabeln, aber auch das kommt mit der Zeit. Ich habe es auch geschafft, den beiden mit Händen und Füßen zu erklären, dass ich gern ein japanisches Windspiel hätte. Das japanische Wort dafür lautet 風鈴 (Fuurin). Wieder was gelernt! Ich hoffe, ich finde noch eins. Ich mag das sanfte Ping-Geräusch...
Zurück im Wohnheim war ich zwar total erschlagen, wusste aber genau, dass ich noch nicht schlafen gehen durfte. Ich hatte mir leider die aufwendigste Hausaufgabe bis zum Schluss aufgehoben, das Manuskript für meine Poster-Präsentation... daran saß ich dann noch bis halb12. Tja, was sein muss, muss eben sein!


Samstag, 15. Oktober 2011

Tag 44: 宿題、宿題・・・

Da ich mir für den Sonntag etwas vorgenommen hatte, wollte ich am Samstag so viel wie möglich von meinem Berg Hausaufgaben abarbeiten. Natürlich hab ich erstmal schön ausgeschlafen, dann geduscht, Mittag gegessen und daaaann so langsam mit dem Arbeiten angefangen.
Am Freitag Abend hatte ich bereits die drei Sätze in Japanisch geschrieben, die wir als Hausaufgabe aufhatten. Die größte Aufgabe für Samstag war der Kurz-Aufsatz für Brian's Culture Kurs, ein ~750 Wörter Paper über das deutsche Bildungssystem, dessen Stärken und Schwächen und eventuelle Verbesserungsideen. Für mich eine gute Gelegenheit, mich mal wieder über das Bachelor-Master-System aufzuregen. Insgesamt hab ich dann sogar etwas zu viel geschrieben...
Danach hab ich einen kurzen japanischen Text über meine Lieblingsstadt in Deutschland geschrieben, natürlich ist das Dresden! Das ging auch verhältnismäßig fix, da ich einiges an Vokabeln schon rausgesucht hatte als ich noch dachte, dass wir eher frei darüber im Unterricht reden sollten.
Dann hab ich mich mit den Kanji beschäftigt, die am Montag im Test drankommen würden, glücklicherweise waren das nicht viele und die meisten auch sehr simpel. Das ging also fix.
Tja und dann war auch schon die Luft raus und ich hab mich mit anderen Sachen abgelenkt... Dennoch war ich stolz, dass ich schon so viel geschafft hatte! Go me!

Freitag, 14. Oktober 2011

Tag 43: Shibuya Shopping

Aufgewacht mit den Kopfschmerzen vom Vortag, warum eigentlich immer wenn ich in die Stadt gehen will?! Hab also doch mal eine von den starken Tabletten eingeworfen.
Katja hatte am Abend zuvor noch gefragt, ob wir mit zu McDonald's gehen wollten zum Mittag und ich hatte ja eh noch meinen Gutschein, also warum nicht! Der war dann natürlich abgelaufen... Ich hab zum ersten Mal einen McDoof Milkshake getrunken. Die sind ja so dickflüssig, dass man schon fast nicht mehr von trinken reden kann, aber supersüß und echt lecker.

Danach sind wir wieder Richtung Wohnheim, da der Bahnhof genau in die andere Richtung liegt und die Fahrt von da aus 100Yen weniger kostete, als von dem direkt vor dem McDonald's. Die halbe Stunde fahrt nach Shibuya hab ich natürlich genutzt und nochmal die Augen zugemacht. Das hat sogar ein wenige gegen die Kopfschmerzen geholfen. Am Bahnhof warteten wir dann noch kurz auf Steph, eine weitere Komilitonin, die für ein halbes Jahr an der Sophia angenommen wurde. Im Schlepptau hatte sie eine sehr japanisch aussehende Amerikanerin, deren Namen ich wieder vergessen habe. War aber auch ein nettes Mädel.

Fragt nicht wer das is, kA!
Nach einiger Verwirrung, da keiner von uns sich so richtig in Shibuya auskannte, machten wir uns auf Richtung H&M, um den Shopping Trip zu beginnen. Ich wollte nicht wirklich viel Geld ausgeben, aber ein bis zwei Pullis wollt ich schon gern noch haben für den Herbst. Unterwegs sahen wir vor einem Gebäude merkwürdige Schaumstoffstücke mit eingestanzten Nachrichten in die Höhe fliegen. Was genau das war, wusste keiner von uns aber cool sah's dennoch aus. Im H&M habe ich zwar ein paar schöne Pullis gesehen (nach einigem Suchen) aber mit knapp 30€ waren die mir dann doch zu teuer.


Also ging's weiter auf der Suche nach Läden. Wir sind dann einfach irgendwelchen Straßen gefolgt, im Grunde waren sowieso ÜBERALL Klamottenläden, nur die Preisklasse schwankte enorm. Wir schauten uns auch ein paar Spittelläden an, wo es allen möglichen Kleinkram gab, vor allem einen, der sich auf Pandas spezialisiert zu haben schien. Ich wünschte, ein Foto könnte vermitteln, wie unglaublich flauschig und weich die Plüschkissen und -decken waren! Ansonsten habe ich nur bei einem Blick in einen Unterwäsche-Laden festgestellt, dass die Japaner unter einem C-Körbchen etwas anderes zu verstehen scheinen, als die Europäer...

Auch der Uniqlo in Shibuya hatte nicht wirklich ein besseres Angebot, als der in Ikebukuro, aber schließlich wurde ich in einem Laden namens Forever21 fündig! Ein schöner flauschiger Pulli mit einem Hasen drauf, mal eine andere Farbe und außerdem runtergesetzt auf 1380Yen. Damit war ich zufriedengestellt und wir begaben uns ersteinmal auf die Suche nach etwas zum Hinsetzen.
Vorbei kamen wir dabei an einigen interessanten Häusern und einer Gruppe von Leuten, die auf dem Gehweg zu campen schien. Etwas verwunderlich, aber dann entdeckten wir den Grund: Ein Apple Store. Schon etwas krass, wie die ganzen Appfle Fanboys ausrasten, wenn was neues rauskommt... so ganz kann ich das nicht nachvollziehen. Aber ich muss uuuunebdingt ein Wacom Inkling haben, wenn es endlich erscheint! Wheee...ahem.
Da ich noch nie in einem Starbucks war, wollte ich auch das mal ausprobieren, es fand sich auch recht schnell eines (wie sich auch an jeder zweiten Straßenecke ein McDonalds findet). Ich bestellte mir einen Vanilla Cream Frappuccino (oder so ähnlich...wer denkt sich diese Bezeichnungen eigentlich aus?!), aber leider war der Starbucks so voll, dass wir uns nirgends setzen konnten. Also mussten wir uns draußen auf einer Bordsteinkante niederlassen, was etwas unangenehm war da der Wind ziemlich aufgefrischt hatte. Der Frappudingens schmeckte mir persönlich etwas zu wenig nach Vanille und bestand auch irgendwie zur Hälfte nur aus Eis. Naja, auch eine Erfahrung die gemacht werden musste.

Als nächstes mussten wir natürlich noch Purikura machen, ohne das wäre der Tag nicht komplett! Wir fanden zunächst einen Elektroladen, in denen Steph und die Amerikanerin nach Denshi jishos bzw Kameras schauten und schließlich fanden wir daneben eine kleine Spielehalle, wo man auch Purikura machen konnte. Unglaublich, wie manche Japaner es schaffen, zu zehnt in so einer Box platz zu finden und dann auch noch ordentliche Fotos rausbekommen!
 
Zuletzt entdeckten wir dann noch einen Taiko-Drum-Spielautomaten. Ich kenne das Spiel von Freunden und vom DS, hab aber persönlich zu wenig Rythmusgefühl um daran Spaß zu finden. Steph war allerdings Feuer und Flamme und hat es auch gleich noch gespielt. Schon etwas anderes, wenn man dabei mit richtigen Stöcken auf eine Trommel haut, anstatt mit Stylus und Finger auf den DS-Screen.
Als wir rauskamen war es schon wieder dunkel geworden (meine Handykamera macht nachts bessere Bilder als meine digitale es getan hat!) und wir machten uns auf den Heimweg. Trotz anlaufender Rush hour fanden wir glücklicherweise noch Sitzplätze. Zuhause haben wir nur noch gekocht und waren dann für nicht mehr viel zu gebrauchen. Meine Füüüüüße...