Mein erster offizieller Unterrichtstag begann um 7:30 Uhr (andere hatten schon am Freitag die ersten Kurse). Ich habe mich noch nicht so richtig an diese Zeiten gewöhnt, aber generell komme ich hier scheinbar mit etwas weniger Schlaf auch ganz gut klar.
Um 8:30 Uhr war wie gewohnt Treffen, um gemeinsam zur Uni zu laufen. Wir, also alle im Mittelstufenkurs, hatten beschlossen, uns an diesem Tag mit in den Anfängerkurs bei Seki-Sensei zu setzen, einfach um schonmal ein wenig reinzukommen und um zu fragen, wann die Konversationsübungen statt finden sollten. Wir saßen also mit den Engländern und einer Französin in einem kleinen Unterrichtsraum und ließen uns von dem herrlich simplen Aufgaben berieseln.
In der zweiten Stunde kam dann unser eigentlicher Japanisch-Kurs bei Sudo-Sensei. Der Unterschied war ziemlich drastisch. Sudo-Sensei redete ziemlich schnell, also eigentlich normales Japanisches Tempo aber für uns ungewohnt, und viel auf einmal, sodass wir nie so richtig sicher waren, ob wir nun alles verstanden hatten. Dennoch herrscht in diesem Kurs eine gewisse Spannweite was die Fähigkeiten angeht. Wir wurden dann ausgefragt, was uns bisher so in Japan aufgefallen war, dann wurde unser Placement-Test ausgewertet (mit 78% war ich einigermaßen zufrieden, zumal ich bei einigen Aufgaben nichtmal sicher gewesen war, was ich tun sollte). Danach haben wir einiges an Blättern ausgeteilt bekommen, unter anderem die Vokabeln für den ersten Test am Donnerstag, hier geht's direkt zur Sache! Zum Schluss haben wir noch die japanische Legende 竹取物語 (taketori monogatari) von der schönen Mondprinzessin Kaguya gelesen. Ich hatte schon einige Male davon gehört, aber den genauen Inhalt kannte ich bis heute nicht. Es ist eine schöne, wenn auch etwas traurige Geschichte und ich war positiv überrascht, dass das Lesen doch recht gut geklappt hat. Bei den wenigen fehlenden Vokabeln half mir mein getreues Denshi Jisho. Irgendwann lerne ich doch noch, es zu beherrschen!
Nach dem Unterricht liefen wir zurück ins Wohnheim, wobei ich einen kleinen Schlenker ins Gourmet City machte um mir von meinem letzten Geld Mittagessen zu kaufen. Dann saßen wir im Speisesaal und berieten uns über unsere Stundenpläne, welche wir morgen endgültig abgeben sollten. Danach dürfen wir zwar keine Kurse mehr hinzufügen, aber immer noch wegstreichen. Wir haben aus Deutschland keine Vorgabe, wie viel wir machen müssen (einbringen können wir auch keine der erreichten Punkte...) aber um unser Visum zu bestätigen, müssen wir zumindest 10 "Kontaktstunden" pro Woche haben. Bei 1,5 Stunden pro Fach (bei manchen 3) sind das also mindestens 7 Einheiten. Ich habe mir zur Sicherheit 10 rausgesucht, dennoch ist mein Stundenplan sehr human. Das ist mir auch wichtig, denn ich will ja auch so viel wie möglich unternehmen und von Japan sehen und nicht den ganzen Tag in der Uni hocken.
Wir lernten außerdem noch eine Deutsche, die im Wohnheim lebt kennen. Ihr Name ist Susi, sie ist blind, seit ca. 7 Jahren in Japan und studiert nun Musik an einer Schule in der Nähe. Ich hatte sie schon früher einmal im Bad getroffen aber keinen Schimmer gehabt, dass sie eigentlich Deutsche war.
Beim Eintragen meiner Kurse in eine Liste fiel mir dann noch auf, dass ich ja noch einen Montagskurs hatte, den ich beinah vergessen hätte. Da aber noch genug Zeit war, konnte ich mich in Ruhe wieder fertig machen und stiefelte zurück zur Uni zu meinem Kurs "Japanische Gesellschaft und Kultur" bei Brian. Der Kurs wird auf Englisch gehalten und nicht nur von Austauschstudenten besucht. Einige der anwesenden Japaner waren am Ausland interessiert, studierten Englisch, Französisch und sogar Deutsch und wollten sich damit wohl auf einen Auslandaufenthalt vorbereiten (warum sie dafür in einen Kurs für japanische Kultur gehen versteh ich dabei zugegebenermaßen nicht so ganz). Jedenfalls sitze ich da auch noch mit drei Deutschen, u.a. Maria, die nicht bei mir im Wohnheim wohnen, und den Franzosen. Der Kurs verspricht jedenfalls durchaus interessant zu werden. Nach einem kurzen Quiz/Umfrage-Ding, wo ich mit meinem Unwissen über japanische Präfkturen und Politik "geglänzt" habe, durften wir dann gehen. Mittlerweile hatte der Himmel sich zugezogen und es sah ganz nach dem im Wetterbericht angekündigten Regen aus. Außerdem ist es endlich kühler geworden! Ich glaube, heute nacht werde ich sogar mal eine dünne Decke brauchen.
Whoa, wir haben hier in HAL auch schon über unseren Stundenplänen gebrütet - bin mittlerweile zwar einigermaßen zufrieden ... aber es ist dennoch nicht wirklich suuuper ~.~
AntwortenLöschenWas genau belegst du jetzt eigentlich?
Und die Japanisch-Einheit ist ja schon heftig - Donnerstag schon den ersten test und dann sicher nicht nur über 10 Vokabeln ...
Aber bei Muttersprachlern lernen finde ich eigentlich gut - obwohl am anfang echt heftig ...
Viel Erfolg weiterhin ^^
Na klingt doch nach einem relaxten Entdeckungsjahr ins Japan.. ich hoffe meine Arbeitszeiten beim Prakti sind auch so entspannt 8D
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